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Wallfahrtskirche Sammarei (St. Maria)

Bayerisches Assisi oder Deutsches Loreto wird Sammarei gern genannt. Mit ihrem monumentalen Schnitzaltar “einzigartig in der kirchlichen Ausstattungskunst Süddeutschlands” (Dehio). Über einer vollständig erhaltenen Holzkapelle aus dem Mittelalter erbaut, “der ältesten Holzkirche in Deutschland, der ältesten Blockbaukirche Mitteleuropas überhaupt”(Prof. Ahrens). Nach Altötting größter Wallfahrtsort der Diözese.

Die Muttergottes von Sammarei

Der zunächst fremd klingende Name Sammarei lässt kaum vermuten, dass es sich hier um eine bayerische Wallfahrtsstätte handelt. Das Wort Sammarei ist nichts anderes als eine volkstümliche Abwandlung von Sancta Maria (= Heilige Maria) = Sankt Marei = Sammarei. Seit dem hohen Mittelalter stand hier schon ein bescheidenes Muttergottesheiligtum. Über der urkundlich bereits vor 1521 erbauten Holzkapelle erhebt sich nun, ähnlich wie in der Portiunkulakirche in Assisi, die große 1631 vollendete Wallfahrtskirche.

Entstehung der Wallfahrt

Im Jahre 1619 wurde ein neben der Kapelle stehender Bauernhof ein Raub der Flammen. Dabei fielen brennende Äste der umstehenden Bäume auf das Dach der Kapelle, ohne sie in Brand zu stecken. Ein dicht neben der Kapelle stehender Apfelquittenbaum war beim Brand des Hofes ganz versengt worden. Aber zur allgemeinen Verwunderung fing der Ast, der der Kapelle am nächsten hing, wieder zu blühen an und trug besonders schöne Früchte. Die Kurfürstin Elisabeth, die Gemahlin Maximilians, der man die Früchte zum Geschenk machte, fand, sie habe noch nie so wohlschmeckende Quitten gegessen. Gerne sei sie daraufhin bei ihrem Gemahl Fürsprecherin zum Bau der Wallfahrtskirche gewesen.  

Die Wallfahrtskirche

Was den lichten, frühbarocken Raum zu einer herrlichen Kirche macht, ist das monumentale Altarwerk, das in seiner weit ausladenden Anlage einer Ikonostase gleicht und Hochaltar und Seitenaltäre zu einer mächtigen Gesamtkomposition zusammenschließt. Vom Schöpfer dieses Altarwerkes, Jakob Bendl, stammt auch der Altar der Gnadenkapelle, die Kanzel und der Orgelprospekt, „zweifellos der schönste des 17. Jahrhunderts im Niederbayerischen“ (Georg Brenninger, Orgeln in Altbayern). Die beiden Reiterfiguren St. Georg und St. Martin, gelten als Meisterstück frühbarocker Kunst. Um das Mittelstück reihen sich die fünf Geheimnisse des freudenreichen Rosenkranzes in vollplastischen Figuren. Eine besondere Kostbarkeit darunter ist die "Sammareier Krippe", die älteste und wertvollste im süddeutschen Raum.

 Die Gnadenkapelle

Die hölzerne Feldkapelle mit Schindeldach und Dachreiter in der Mitte des Chores ist das Herzstück der Wallfahrtskirche. Sie ist im wesentlichen bis heute unverändert erhalten geblieben. Das Innere kann man nur in gebückter Haltung betreten. Spärliches Licht durch die Dachluken taucht den Raum in ein sanftes Dämmerlicht und schafft eine heimelige Atmosphäre. An die 1300 Votivbilder aus vier Jahrhunderten schmücken das Innere und Äußere der Kapelle und zeugen von Not und Leid, aber auch vom Vertrauen der Menschen zur Muttergottes von Sammarei.

Das Gnadenbild

Seit 1631 wird das Altarbild in der Holzkapelle als Gnadenbild verehrt. Im  Bildaufbau zeigt es große Verwandtschaft mit dem Mariahilfbild des Lukas Cranach. Das Sammareier Gnadenbild stellt Maria als sitzende Halbfigur dar. Das in einen zarten Schleier gehüllte Kind steht auf dem Schoß der Mutter und schmiegt sich an ihre recht Seite. Es gibt wenig Marienbilder von solcher Innigkeit.

Sammarei heute

Die Wallfahrt ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Sammarei gehört heute zu den bedeutendsten Wallfahrtsstätten Süddeutschlands. Sie ist in ihrer Art einmalig und von besonderer Originalität und künstlerischer Qualität, mit vielen sehenswerten Einzelheiten. Vor allem Familien- und Pfarrwallfahrten wählen Sammarei als lohnendes Ziel. Besonders festlich wird das Patrozinium am 15. August mit Lichterprozession am Vorabend und der 1. Mai (Patrona Bavariae, Schutzherrin von Bayern) begangen. Die Gnadenkapelle lädt alle Gläubigen zum besinnlichen Gebet ein. Täglich wird um 15.30 Uhr der Rosenkranz gebetet und um 16 Uhr Wallfahrtsgottesdienst gefeiert. Auch Beichtgelegenheit ist täglich gegeben. Am 13. jedes Monats wird ein Fatimatag gehalten mit dem Programm: 15.00 Uhr Aussetzung des Allerheiligsten in der Monstranz, Rosenkranz, Beichtgelegenheit. 16.00 Uhr Gottesdienst und anschl. Marienandacht. Um 18.00 Uhr Eucharistischer Schlusssegen.
Zum 375. Wallfahrtsjubiläum wurde dem Hl. Vater eine Kopie des Gnadenbildes von Sammarei überreicht mit der Bitte um seinen Segen. Zu diesem Anlass wurde auch der Brunnen der Dankbarkeit errichtet mit dem Wortlaut: Wie der Baum durch Gottes Kraft wieder zu neuem Leben erweckt wurde, so kann jeder Mensch in noch so schwierigen Lebenslagen mit Jesu Gnade und Mariens Fürsprache zu einem neuen Leben  finden!

Wallfahrtsanmeldungen: Kath. Pfarramt Sammarei

  Tel. Nr. 08542/653, Fax: 08542/91 94 15

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