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16.12.14 21:43 Alter: 5 yrs

Ein Bischof der Herzen zu Besuch im Wallfahrtsort

 

Von Rosemarie Lüftl

Fotos: Rosemarie Lüftl

Sammarei.  Zum ersten Mal war Bischof Dr. Stefan Oster am Fatimatag in dem Marienwallfahrtsort und die Pfarrgemeinde Rainding, an der Spitze Ortspfarrer Adam Litwin MS,  Pater Withold Kuman MS und der pensionierte Pfarrer Martin Köglmeier sowie viele Wallfahrer aus der näheren und weiteren Umgebung bereiteten ihm einen triumphalen Empfang Anlass für den hohen Besuch war die Einweihung des fertiggestellten Anbaus an das Wallfahrtshaus, der nicht zuletzt auch als Jugendtreff dienen soll.

Der Fatimatag in Sammarei wird seit 30 Jahren  jeweils am 13. jeden Monats mit großer Feierlichkeit begangen. Viele Wallfahrer aus nah und fern finden sich regelmäßig dazu ein. Auch der Altbischof Wilhelm Schraml war öfter zu Gast in dem Marienwallfahrtsort – und doch wird dieser 13. Dezember 2014 in die Analen der Pfarrgemeinde eingehen: war es doch eine Premiere im Dekanat Süd für den neuen jungen Bischof  Dr. Stefan Oster, auf den die Katholiken der Diözese Passau so viele Hoffnungen setzen.

In der Einladung an den Bischof , die vor einigen Wochen erfolgte, hatte der  Ortspfarrer Pater Adam Litwin Sammarei als lebendigen Wallfahrtsort geschildert, der nicht nur bei Pilgern und Kurgästen beliebt ist, sondern gerne als Ziel  der Familien- und Pfarrwallfahrten gewählt wird. In diesem Jahr wurde das 2006 errichtete Wallfahrtshaus umgebaut und verlängert, um angemeldeten Gruppen – jährlich kommen 200 -  mehr Raum zu bieten. Zusätzlich dient der ausgebaute Dachboden nun für die Treffen der örtlichen  Katholischen Landjugend, deren Gruppe in Rainding aus 24 Jugendlichen besteht.

Groß war die Freude in der Pfarrei, als bekannt wurde, dass der Bischof trotz vieler Termine sein Kommen zusagte. Der Pfarrgemeinderat wollte das Ereignis jedoch nicht an die große Glocke hängen – und das hatte einen organisatorischen Grund. „Wir wollten selbstverständlich  den Bischof nicht für uns allein haben“ meinte die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Heidi Kraus, „aber das Gotteshaus selbst ist platzmäßig beschränkt, ebenso der Kirchenvorplatz. Und da zum Fatimatag stets viele Pilger aus der ganzen Umgebung kommen, haben wir uns entschlossen, keine große Reklame im voraus zu machen.“

Herumgesprochen hatte es sich aber trotzdem und so war es eine vielköpfige Schar, die vor und in der Wallfahrtskirche gespannt auf das Erscheinen des hohen Gastes wartete. Die Stimmung war gespannt: „Wie wird der Bischof uns begegnen?“

Als Dr. Stefan Oster lächelnd aus dem Auto stieg, sich in der Sakristei mit der Geistlichkeit und den Bürgermeistern Stefan Lang aus Ortenburg und Fritz Pflugbeil aus Haarbach bekanntmachte, anschließend durch die Menge in die Kirche einzog und später auf dem Vorplatz und im Wallfahrtshaus verweilte war schnell klar: Da kommt ein Mensch, der nicht auf einem Postament stehen will, sondern gerne unter „seinem“ Volk weilt, der gerne der „Herr Bischof“ ist,  der sich Zeit nimmt ausschließlich für diesen Termin, eine große Anziehungskraft ausübt, aber insbesondere die Kinder und Jugendlichen ansprechen will.

So leuchteten denn auch die Augen von Pfarrer Adam Litwin als er dem Bischof zu Beginn der Eucharistiefeier ein herzliches Willkommen entbot. Die Begrüßung in Versform übernahmen Christoph Abtmeier und Katharina Vogl, die einen bunten Blumengruß überreichte. Der Chor unter der Leitung von Markus Steinhuber glänzte mit rhytmischen Gesängen, die den Bischof immer wieder zum Mitsingen animierten. Ihre wunderbaren Stimmen konnten Sara Voggenreiter und Franziska Kraus bei einigen Soli, wie „Anker in der Zeit“  unter Beweis stellen. Die beiden Lesungen wurden von Sieglinde Zitzmann und Christoph Abtmeier vorgetragen, wärend Armin Fuchs die Fürbitten las. In seiner beeindruckenden Predigt nahm der Bischof Bezug auf das Evangelium vom Tage, dessen Aussage er auf die Weihnachtszeit ummünzte. „Was nimmt uns gefangen, was macht uns unfrei, unser Herz krank und zerbrochen?“ lautete seine Frage an die Gläubigen. Konsum und Kaufrausch würden die Vorweihnachtszeit beherrschen, eine Maschinerie werde lange vorher in Gang gesetzt, welche das Fest der Liebe herabwürdige zum Fest der Geschenke. Dabei sehne sich jeder im Advent nach Befreiung von diesen Zwängen, zurück zur Erwartungshaltung, zum  „Weihnachten der Kindheit“, als man daran glaubte, dass der Zauber von einer anderen Welt kommt. So gelte es, das Geheimnis um Maria und die Geburt des Herrn wieder neu zu entdecken, dann heile Jesus „die Wunden des Herzens“.

Im Anschluss an die Heilige Messe erhielt der Bischof Erinnerungsgeschenke von verschiedenen Seiten, so bedankte sich die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Heidi Kraus bei dem Bischof mit einer gemalten Kopie des gekrönten Marienbildes.

Auf dem festlich illuminierten Vorplatz erfolgte dann die Einweihung des Wallfahrtshaus-Anbaus, das nun auch eine Küche erhalten hat, die für Einkehr- und Besinnungstage genutzt wird. Für die Kirchenverwaltung Rainding ergriff  Kirchenpfleger Klaus Wagner das Wort. Die Bürgermeister Stefan Lang und Fritz Pflugbeil zu deren Gemeinden Sammarei auf kommunaler Ebene (Ortenburg) bzw. kirchlicher Ebene (Haarbach) gehört, betonten wie sehr sie sich von der Anwesenheit des Bischofs geehrt fühlten und nahmen dem hohen Gast das Versprechen ab, dass es nicht bei diesem einen Besuch bleiben sollte. Dass Dr. Oster gerne unter den Menschen weilt und sich Zeit für ein Gespräche nimmt, bestätigte sich  beim abschließenden Treffen mit Bewirtung im Wallfahrtshaus, das der Pfarrgemeinderat mit vielen ehrenamtlichen Helfern, unterstützt von  Kirchenverwaltung, Frauenbund und den Mesnerinnen perfekt organisiert hatte.