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23.01.12 19:22 Alter: 8 yrs

Gnadenbild von Sammarei gekrönt

 

So ein Fest hat der Wallfahrtsort Sammarei schon lange nicht mehr erlebt: Bischof Wilhelm Schraml nahm am Sonntag, den 2. Oktober 2011 die Weihe des nunmehr mit goldenen Kronen geschmückten Gnadenbildes vor. Damit verbunden war das Jubiläum der Salettiner-Patres aus Polen, die seit 25 Jahren in der Diözese Passau wirken.

Bischof Wilhelm Schraml betonte beim Festgottesdienst, dass er mit der Krönung ein Zeichen setzen wolle, wie sehr ihm das Marienheiligtum Sammarei am Herzen liege.

Bereits im 6. Jahrhundert begann man in Rom Maria als Königin zu verherrlichen. Maria war nicht mehr die „niedrige Magd“ im einfachen Gewand, sondern die Königin des Himmels, die man mit prunkvollen, Juwelen bestickten Gewändern und mit einer Krone auf dem Haupt darstellte. Bereits im frühen Mittelalter begann man Marienbilder zu „krönen“, ein bis heute noch geübter Brauch, der dem Diözesanbischof zusteht. Dabei, so Schraml, sollten „nur Bilder gekrönt werden, die von den Gläubigen so vertrauensvoll verehrt werden, dass sie eine gewisse Berühmtheit besitzen und der Ort der Verehrung ein Zentrum echter liturgischer Frömmigkeit und christlichen Glaubenseifers darstellt“. Maria habe ihr Ja, die Mutter des Sohnes Gottes zu werden, in unser aller Namen gegeben. Wer in seinem Erdenleben – wie Maria – in der Lebens- und Leidensgemeinschaft mit Christus gestanden und diese auch durchgestanden hat, wer ihm auf dem Weg des Gehorsams und des Dienens, der Treue und des Kreuztragens nachgefolgt ist, den krönt der Herr auch einmal mit Herrlichkeit und lässt ihn teilnehmen an seiner ewigen Herrschaft. Nicht die Erdenfahrt des Todes sei das Ziel, sondern die Himmelfahrt und Auferstehung, betonte der Bischof.

Trotz Kritik und Kirchenaustritten – tiefverwurzelter Glaube lässt sich nicht mit Füßen treten, das belegt der hohe Stellenwert der Marienverehrung. Die Menschen unserer Tage suchen und finden bei der Muttergottes Trost und Hilfe, davon geben tausende Einträge Zeugnis im Wallfahrtsbuch in Sammarei - dem zweitgrößten Marienwallfahrtsort nach Altötting in der Diözese. Einen lebendigen Beweis ihrer christlichen Gesinnung lieferten die Angehörigen des Pfarrverbandes Haarbach-Raindjng-Uttlau-Wolfakirchen und viele hundert Pilger aus der ganzen Region, die sich zur Feier der Marienkrönnung eingefunden hatten und im überfüllten Gotteshaus den Einzug des Bischofs erwarteten.

Ein imponierender Kirchenzug mit vielen prominenten Gästen hatte sich durch den Ort auf die Wallfahrtskirche zu bewegt. Wiedersehensfreude gab es mit dem Bischöflich Geistlichen Rat Hans Spielmann, der sich während seiner Zeit als Ortspfarrer große Verdienste um den Marienwallfahrtsort erworben und vor 25 Jahren die Kontakte zu den polnischen Ordensleuten geknüpft hatte. Am Altar wurde der Bischof von Stefanie Raster mit Blumen und einem Gedicht überrascht, ehe Pater Adam in seinen herzlichen Begrüßungsworten betonte, dass die Idee zu dieser Krönung von Bischof Wilhelm Schraml gekommen sei.

„Wo Gott ist, da ist Zukunft“, habe der Heilige Vater Papst Benedikt XVI. bei seiner Pastoralreise in Deutschland verkündet, so der Bischof in seiner Predigt. Unser Haupt sei nicht für einen Modeschmuck geschaffen, sondern soll einmal die Krone der Gotteskindschaft in Empfang nehmen. Wer danach sein Leben ausrichte, den werde Gott belohnen: „Selig bist du, weil du geglaubt hast“, betonte Schraml. Die Strophe eines Marienliedes aus dem Passauer Gesangbuch vom Jahr 1659 stellte der Bischof an den Schluss seiner Ansprache, ehe er sich zur feierlichen Krönung in die kleine Holzkapelle begab. Andächtiges Staunen und das jubelnd gesungene und von Streicherklängen begleitete Lied „Was trägt Maria auf ihrem Haupt“ begleiteten die Enthüllung des Gnadenbildes: die Gottesmutter und das Jesuskind zeigten sich im Schmuck ihrer goldenen Kronen, mit denen sie sich künftig den Wallfahrern aus nah und fern in Sammarei präsentieren werden.

Der Festgottesdienst war von den Johannes-Bläsern aus Vilshofen, der Gruppe „Katholische Landstreicher“ mit ihren Saiteninstrumenten, dem örtlichen Kirchenchor und Markus Steinhuber an der Orgel feierlich umrahmt worden. Im Hintergrund wirkte die Mesnerin Anita Schneider. Die erste und zweite Lesung hatten Sieglinde Zitzmann und Anneliese Kraus vorgetragen, in den Fürbitten, die Erna Hasenberger vortrug, wurden auch die Ordensbrüder von La Salette miteingeschlossen.

Worte des Dankes richtete Bischof Schraml am Ende an „alle, die zum Gelingen dieses Festtages beigetragen haben, die Leute vor Ort genau so wie diejenigen im Ordinariat“, und er hatte die Grüße und ein Versprechen von Kardinal Marx parat: Dieser werde das gekrönte Marienbild bestimmt einmal persönlich in Augenschein nehmen.

Rosemarie Lüftl