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07.02.14 18:11 Alter: 6 yrs

Ihr Heil liegt mir am Herzen

 

Die Heilige Eucharistie ist die Mitte und der Höhepunkt des Lebens der Kirche und damit auch jedes Christen. In ihr nimmt Christus seine Kirche und alle ihre Glieder in das von ihm dargebrachte Kreuzesopfer hinein und lässt uns dadurch die Gnaden seines Heils zukommen. In der Heiligen Kommunion ist Christus selbst als Lebendiger und Verherrlichter wirklich und tatsächlich gegenwärtig mit seinem Leib, seinem Blut, seiner Seele und seiner göttlichen Natur.

Wir erleben heute eine schöne aber auch schwierige Phase des Kommunionempfangs. Früher haben die Katholiken nie kommuniziert, ohne vorher zu beichten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wollte der heilige Papst Pius X. den Menschen ermöglichen, öfters die Kommunion zu empfangen. Durch das Zweite Vatikanische Konzil wurde der Kommunionempfang auch ohne vorangegangene Beichte unter der Voraussetzung gewährt, dass keine schwere Verfehlung begangen wurde. Heute erleben wir aber die Gefahr der Banalisierung. Es wird zur Routine, selbstverständlich zur Kommunion zu gehen. Unterscheiden wir aber den Leib des Herrn und nehmen wir ihn mit der gebührenden Ehrfurcht? Ich gestehe ein Gefühl der Bedrückung, wenn fast alle Teilnehmer einer Messe die Kommunion empfangen. Haben sie sich alle gebührend vorbereitet? Einerseits freue ich mich, wenn ich neue oder nach langer Zeit wieder kommende Menschen sehe, anderseits mache ich mir Sorgen. Hat sich da nicht bereits ein Automatismus eingeschlichen? Wie lebendig ist der Glaube an den wahren Leib Christi, den wir empfangen? Unter welchen Bedingungen und Umständen dürfen wir die heilige Kommunion empfangen?

Der Apostel Paulus musste seine geliebte und schwierige Gemeinde von Korinth ermahnen, den Leib des Herrn nicht mit dem normalen Mahl zu verwechseln. Er spricht sehr ernst, redet ins Gewissen: "Wer unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn. Jeder soll sich selbst prüfen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken. Denn wer davon isst und trinkt, ohne zu bedenken, dass es der Leib des Herrn ist, der zieht sich das Gericht zu, indem er isst und trinkt" (1 Kor 11,27-29).

Wegen der hohen Würde dieser göttlichen Speise und ihrer Bedeutung gibt die Kirche genaue Richtlinien, wie wir uns auf den Empfang der Kommunion vorbereiten sollen.

Der Glaube an sich ist die erste Voraussetzung, an den Sakramenten überhaupt teilzuhaben. Im Bezug auf die Eucharistie muss insbesondere der Glaube an die Realpräsenz Christi, seine wirkliche Gegenwart, genannt werden: „Durch die Konsekration vollzieht sich die Wandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi. Unter den konsekrierten Gestalten von Brot und Wein ist Christus selbst als Lebendiger und Verherrlichter wirklich, tatsächlich und substantiell gegenwärtig mit seinem Leib, seinem Blut, seiner Seele und seiner göttlichen Natur" (KKK, 1413). Der Glaube an diese Wahrheit ist absolute Voraussetzung für den Empfang der Eucharistie.

"Wer sich einer schweren Sünde bewusst ist, darf ohne vorherige sakramentale Beichte nicht den Leib des Herrn empfangen (CIC, can. 916, KKK, 1415). Der würdige Kommunionempfang setzt also voraus, dass der Empfangende mit Gott im Reinen ist, das heißt frei von schwerer Sünde und deshalb offen für Gottes Gnadenwirken. Die Eucharistie und die Busse sind zwei eng miteinander verbundene Sakramente. Daraus entspringt eine beständige Forderung zur Umkehr und zu einer persönlichen Antwort auf die Mahnung, die der heilige Paulus an die Christen von Korinth richtet: "Wir bitten an Christi statt: Lasst euch mit Gott versöhnen!" (2 Kor 5, 20). Für den Christen, auf dessen Gewissen eine schwere Sünde lastet, ist der Weg der Busse durch das Sakrament der Versöhnung verpflichtend, um voll am eucharistischen Opfer teilnehmen zu können (vgl. Ecclesia de Eucharistia, 37).

Der Kirche ist in der Eucharistie ein unermesslicher Schatz anvertraut. Daraus ergeben sich Konsequenzen, die unter Umständen auch schmerzlich sein können. Eine Teilnahme am eucharistischen Mahl durch jemanden, der sich nicht zur katholischen Kirche bekennt, ist ein Widerspruch in sich; es würde bedeuten, eine Einheit vorzutäuschen, die in Wirklichkeit nicht gegeben ist. Folglich können Nichtkatholiken am eucharistischen Mahl nicht teilnehmen (vgl. Ecclesia de Eucharistia, 35).

Ich will noch auf folgendes hinweisen, was heutzutage übersehen oder nicht ernst genommen wird. Die Kirche verpflichtet die Gläubigen, an Sonn- und Feiertagen die Heilige Messe zu feiern. Wenn jemand aus eigenem Verschulden diese Einladung nicht annimmt, gilt dies als ein schweres Vergehen. Grund ist die damit ausgedrückte Gleichgültigkeit gegenüber der Liebe zu Gott, der uns in seine Nähe ruft und die darunter leidende Beziehung zu ihm (KKK, 2181, CIC, can. 1247).

In unserer Zeit mit allen ihren Zwängen, Verführungen und dem Fehlen der Vermittlung wahrer Werte scheitern immer mehr Ehen. Die Kirche fühlt sich den Worten Jesu verpflichtet: „Wer seinen Ehepartner aus der Ehe entlässt und einen anderen heiratet begeht Ehebruch“ (vgl. Mk 10,11 – 12). Die Kirche hält deshalb daran fest, dass sie, falls die Ehe gültig geschlossen war, eine neue Verbindung nicht als gültig anerkennen kann. Darum dürfen Geschiedene Wiederverheiratete, solange diese Situation andauert, nicht die Kommunion empfangen (KKK 1650).

Ich nehme den Schmerz eines geschiedenen Menschen, der mit einem neuen Partner sein Leben verbringt, sehr wohl wahr, wenn er die kirchlichen Gesetze achtet und auf den Empfang der Eucharistie verzichtet. Ich schätze seine Anerkennung der kirchlichen Weisungen und bin sicher, dass Gott seinen Verzicht und seinen Gehorsam hoch entlohnen wird. Ein solcher Mensch ist zugleich ein Zeuge der Unauflöslichkeit der Ehe, die als sakramentaler Bund vor Gott geschlossen wurde. Ich freue mich, wenn die Betroffenen regelmäßig an der Heiligen Messe teilnehmen und sich am Leben der kirchlichen Gemeinschaft beteiligen.

Viele Christen leben in Beziehungen und halten es nicht für erforderlich, die Verbindung zu legitimieren und im Sakrament der Ehe unter Gottes Schutz und Segen zu stellen. Der christliche Glaube sieht die geschlechtliche Beziehung zwischen Mann und Frau ausschließlich in der Ehe. Sexuelle Beziehungen außerhalb der Ehe gelten nach der Lehre der Kirche als schwere Sünde. Die sakramentale Eheschließung ist unverzichtbar, eine nur standesamtliche Heirat ist für Katholiken keine gültige Eheschließung. In jedem Sakrament wirkt Christus, er hat uns alle Sakramente zu unserem Heil gegeben. Man kann Jesus nicht im Sakrament der Eucharistie annehmen und im Sakrament der Ehe ablehnen (KKK 2390-2391).

Ich lade Sie ein, unser Leben vor dem Hintergrund des Glaubens zu betrachten und zu überprüfen. Das Leben eines Menschen und die Herausforderungen, die es an ihn stellt sind sehr komplex und erfordern oft intensive Aufarbeitung. Gerne stehe ich Ihnen für persönliche Gespräche zur Verfügung, denn Ihr Heil liegt mir am Herzen.


P. Adam Litwin MS, Sammarei

 

KKK – Katechismus der Katholischen Kirche  

CIC - Codex des Kanonischen Rechtes