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22.03.20 10:22 Alter: 145 days

Jesus empfangen in der geistigen Kommunion

 

Die "Communio spiritualis" (zu deutsch geistige oder geistliche Kommunion) ermöglicht Gläubigen, die aus schwerwiegenden Gründen wie Alter und Krankheit nicht an der Heiligen Messe teilnehmen können, dennoch an der Eucharistie teilzunehmen, unabhängig von Ort und Zeit.

Die geistige Kommunion ist ein Akt aufrichtigen, aus Liebe hervorgehenden Verlangens nach der Heiligen Kommunion, nach der Vereinigung mit Christus im Sakrament der Liebe.

Papst Franziskus ermahnte in der Frühmesse am Josefstag wieder zur geistlichen Kommunion in dieser schwierigen Zeit der Coronavirus-Pandemie, die in vielen Ländern die Aussetzung der Messfeiern unter Beteiligung der Gläubigen zur Vermeidung einer Ansteckung erfordert:
„Alle, die weit weg sind und die Messe über das Fernsehen verfolgen, lade ich ein, die geistliche Kommunion zu verwirklichen:

Zu deinen Füßen, o mein Jesus, werfe ich mich nieder und biete dir die Reue meines bußfertigen Herzens an, das sich in seine eigene Nichtigkeit und in deine heiligen Gegenwart versenkt. Ich bete dich im Sakrament deiner Liebe an, ich wünsche, dich in der armen Wohnstatt zu empfangen, die mein Herz dir anbietet. In Erwartung des Glücks der sakramentalen Gemeinschaft möchte ich dich im Geiste besitzen. Komm zu mir, o mein Jesus, dass ich zu dir komme. Möge deine Liebe mein ganzes Wesen entflammen, auf Leben und Tod. Ich glaube an dich, ich hoffe auf dich, ich liebe dich. Amen, so sei es“.

In der aktuellen Corona-Krise rückt die althergebrachte Praxis der geistlichen Kommunion wieder verstärkt in den Blick. In zahlreichen Texten des kirchlichen Lehramts wurde diese besprochen:
"Durch ihr Verlangen nach dem Sakrament mit der Kirche vereint, sind sie, wenn auch äußerlich von ihr getrennt, zuinnerst und wirklich ganz mit der Kirche verbunden und empfangen daher die Früchte des Sakraments." (Glaubenskongregation 1983 / Sacerdotium ministeriale, III.4)

"Eben darum ist es angemessen, in der Seele das dauernde Verlangen nach dem eucharistischen Sakrament zu pflegen. Hier liegt die Übung der 'geistlichen Kommunion' begründet, die sich seit Jahrhunderten in der Kirche verbreitet hat und von heiligen Lehrmeistern des geistlichen Lebens empfohlen wurde" (Johannes Paul II. / Ecclesia de eucharistia, Nr. 34).

Die Kirche wünscht "vor allem, daß die Christen - besonders wenn sie die eucharistische Speise nicht leicht in Wirklichkeit empfangen können - sie wenigstens geistigerweise empfangen und zwar so, daß sie durch lebendigen Glauben, durch demütige und ehrfürchtige Hingabe an den Willen des göttlichen Erlösers in möglichst innigem Liebeseifer sich mit ihm verbinden." (Pius XII. / Mediator Dei)

Viele Heilige haben diese Praxis empfohlen. Hier ein paar ausgewählte Zitate:

Hl. Teresa von Avila: "Meine Töchter, wenn ihr die Heilige Messe hört, ohne zur Kommunion zu gehen, sucht die geistliche Kommunion und sammelt euch in euch selbst. Das ist eine überaus nützliche Praxis, und sie entzündet in euch die große Liebe Gottes"


Nach Meinung des Hl. Alfons Maria von Liguori sind zum Empfang der geistlichen Kommunion zwei Dinge notwendig: Das erste ist der brennende Wunsch, den sakramentalen Jesus zu empfangen, und das zweite ist eine liebende Umarmung, als ob er schon empfangen worden wäre.


Hl. Johannes Bosco: "Wenn ihr nicht sakramental kommunizieren könnt, übt wenigstens die geistliche Kommunion, die in einem brennenden Verlangen besteht, Jesus in eurem Herzen zu empfangen"


Hl. Franz von Sales: „Kannst du in der heiligen Messe nicht wirklich kommunizieren, dann tu es wenigstens dem Herzen und dem Geiste nach, indem du voll heißer Sehnsucht dich mit dem lebenspendenden Leib des Heilands vereinigst“

Nochmals festgehalten:
Jesus ist da, auch und gerade im Leid, der Sorgen, der Krankheit und des Fehlens der Heiligen Messe. Nur in der Verbindung mit Jesus ist das menschliche Leben überaus reich. Vertrauen wir auf Jesus! Das Gebet ist unsere Stärke und unser Schutz! Wenn der Besuch einer Kirche nicht möglich ist, kann man den Herrn auf geistliche Weise empfangen, d. h. geistlich kommunizieren, indem man etwa folgendes Gebet spricht:

Mein Herr, ich glaube, dass du wirklich im Sakrament des Altares gegenwärtig bist. Ich liebe dich über alles und möchte dich empfangen. Weil ich dich jetzt nicht im Sakrament empfangen kann, komm wenigstens geistlicherweise in mein Herz. Bleibe bei mir und laß nicht zu, daß ich jemals von dir getrennt werde. AMEN.